Jury Entscheidung guteplakate.de 2012

Malte Metag

www.affektblog.de

C'est la vie - Das ganze Leben

C'est la Vie

Welch wunderbare Verbindung! Das Plakat lädt ein zur Ausstellung »C’est la vie. Das ganze Leben. Der Mensch in Malerei und Fotografie«. Dargestellt wird das Portrait einer jungen Frau so, wie es auf einem Gemälde aus Zeiten Rembrandts hätte stattfinden können. Und dennoch handelt es sich um eine Fotografie, was man vermutlich bei größerer Entfernung nicht so schnell wahrnimmt. Statt einer Kopfbedeckung aus Leinen, wird eine weiße Plastiktüte – ein Produkt der Neuzeit – zweckentfremdet. Jetzt schließt stilsicher sich der Kreis zum Deutschen Hygiene-Museum Dresden. Die Ausstellungsdauer steht wie auf dem Grabstein gemeißelt. Kurz und sachlich. Das ganze Leben eben. Diese Verbindung – Thema, Medien, Ausstellungsort – hätte schnell nach Hinten losgehen können, ist hier aber eindrucksvoll gelungen

Choreographie der Massen – Im Sport. Im Stadion. Im Rausch

Choreographie der Massen

Das Plakat interpretiert das Thema wunderbar. Die Stäbe, die die Masse repräsentieren, geraten leicht, aber zunehmend, in Schräglage. Diese Dynamik wird durch die darunter liegende Ebene an gelben Stäben verstärkt. Sie liegen starr im Raster, worauf der Fokus auf die Bewegung erhöht wird. Hinzu kommt die Typografie, der klugerweise durch ihre versale Schreibweise, ihre Schnörkellosigkeit und ihre Einordnung im Raster die letzte Persönlichkeit entzogen wurde – ebenso wie ein Individuum unter tausenden. Durch die Farbgebung (schwarz und weiß) kommt eine bedrohliche Komponente hinzu. Was bedeutet Euphorie in der Masse und wie weit stehen reine Freude und Manipulation auseinander? Das Plakat »Choreographie der Massen« macht neugierig.

TONHALLE: DAS FESTIVAL ZUM CAGE JAHR

TONHALLE

Vor einhundert Jahre wurde John Cage geboren. Einst sagte er, dass er beim Komponieren seiner Musik mathematischer Methoden folgen würde. Und so sehen wir einfache und komplexe Formen, bei denen unsereins an Kubismus und Moderne denken müssen. In seinem Geburtsjahr waren die Künstler jener Zeit gerade im Begriff, die Welt auf den Kopf zu stellen. Und mit vielen dieser Persönlichkeiten, hatte Cage später noch zu tun. »John Cage spielt mit der Welt. Spiel mit.« Die Leichtigkeit, die dieser Ausruf hat, sehen wir auf dem Plakat. Der schwarze Hintergrund, der eigentlich Schwere bedeutet, trägt die Leichtigkeit vielmehr. Die in satten Farben abgebildeten Objekte entfalten so ihre Strahlkraft. Die Typografie selbst spielt auch: Mal durch eine Berührung zweier Buchstaben, mal durch Überlappung mit den Objekten. Das Plakat zeigt die Verrücktheit Cages musikalischen Schaffens. Es ist gelungen.

Matthias Planitzer

www.castor-und-pollux.de

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Als Matthias Lilienthal kürzlich aus der Intendanz des HAU schied, war dies für viele Fans ein Abschied von jenem Theater, das sich in den zehn Jahren seines kurzen Bestehens mit einem avantgardistischen und politischen Programm einen Namen gemacht hatte. Seinen Fortgang begründete Lilienthal auch damit, alle zehn Jahre etwas Neues machen zu wollen. Das Theater ging in eine lange Pause. Dann tauchte in Berlin ein Plakatzoo auf: Füchse, Affen, Panther, Lamas, kurz: wilde, ungezähmte Tiere schauten in Überlebensgröße den Passanten Aug in Aug. "HAU" hieß es dort nur knapp. Eine Ankündigung, die die Besucher des Theaters verstanden hatten, denn sie meint: Ein neues HAU entsteht. Ein HAU, das auf Tuchfühlung geht. Ein HAU, in dem es wild werden kann. Aber auch ein HAU, das weiterhin ungewohnte Perspektiven einnimmt, dass Blicke austauscht und durch die Sicht von außen den Ereignissen in unserer Mitte näher kommt. Bunt, exotisch, aufregend, frisch, selbstbewusst – so viel war jedenfalls sicher: das neue HAU würde dem alten in Nichts nachstehen.

Choreographie der Massen – Im Sport. Im Stadion. Im Rausch

Choreographie der Massen

Wenige Tage bevor die Fußball-Europameisterschaft eröffnet wurde, lud die Berliner Akademie der Künste zu einer Ausstellung ein, die die »Choreographie der Massen« untersuchen wollte. In Hinblick auf Phänomene der Gruppendynamik und ihrer Nutzung für politische und andere propagandistische Interessen wurde das Stadion als Ort einer Inszenierung der Massen identifiziert und in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt. Als Teil eines umfangreichen visuellen Kommunikationskonzeptes wird mit dem Plakat der Gegenstand der Ausstellung, die Dynamik der Massen "im Sport, im Stadion, im Rausch", auf einen simplen Bildinhalt reduziert. Ebenso wie darin das Individuum symbolisch in der anonymen Masse aufgeht, lässt das Plakat auch erahnen, welche Spannungen und Bewegungen innerhalb der Gruppe entstehen, sich fortpflanzen und wieder verebben. Diese düster und dumpf dröhnende Dynamik wird im Moiré aus schwarzen und gelben Rastern vor weißem Hintergrund in einer aus der Op-Art bekannten, flimmernden Unschärfe angedeutet und baut dadurch nicht zuletzt auch den Sog auf, der von diesem Phänomen ausgeht: Die Masse agiert als kollektiver Leib, in dem das Individuum aufgehen, sich aber auch verlieren kann.

Wiedereröffnung Mousonturm

Mousonturm

Nachdem umfangreiche Modernisierungsarbeiten vorgenommen wurden, feierte der Frankfurter Mousonturm im Sommer des Jahres seine Wiedereröffnung. Die neue Spielzeit lud zur Kontemplation ein, man widmete sich den Dingen mit "Ernst" – die These: Unsere Ressourcen werden bald erschöpft sein. Unsere Kinder werden es schon richten. Aber was darf man von ihnen eigentlich erwarten? Die Berliner Agentur HORT hat sich diesem Thema "Ernst" grafisch genähert, daraus entstanden ist das vorliegende Werbeplakat. Schmucklos und nüchtern. Gar banal. Aber alles andere als einfallslos. Denn "ernster" könnte diese Strichfigur nicht sein: Unter Verzicht auf jegliche Ausgestaltung wird der Ausdruck auf eine einfache Mimik reduziert und so in der Karikatur auf die Spitze getrieben. Lediglich die Augen glühen smaragdgrün aus ihren tiefen Höhlen hervor. Ob dort wohl ein wenig Hoffnung glimmt?

Gero Willi

www.dasauge.de

Theater Konstellationen – Die Fledermaus

Theater Konstellationen – Die Fledermaus

Dieses Plakat wurde als Beispiel aus den hervorragenden Arbeiten von Grygoriew und Himmelspach für die Sophiensäle ausgesucht. Alle Plakate werden von dem Konzept der diagonalen Bildteilung und der klaren Typographie zu einer Serie zusammengehalten. Dennoch sind es jeweils Unikate, die zudem immer die funktionalen und ästhetischen Ansprüche an ein gutes Plakat erfüllen, nämlich Interesse zu wecken und zu informieren.

KAMUNA - Baden in Kultur! 14. Karlsruher Museumsnacht

KAMUNA

Ein mutig einfaches Plakat, das die Kernaussage - eine lokal bereits bekannte Veranstaltungsmarke und ihr diesjähriges Datum - in Szene setzt und auf weitere Schnörkel beinahe verzichtet. Trotz dieser kompromisslosen Effizienz fehlen weder Emotion noch gestalterischer Anspruch.

Glanz und Grauen – Mode im "Dritten Reich"

Glanz und Grauen

Das schwierige Thema hat Oktober Kommunikationsdesign ästhetisch und inhaltlich anspruchsvoll umgesetzt. Der Rückgriff auf Klischees - die aus der Ferne wie ein Adler wirkende Modeikone vor Flakgeschützen und -scheinwerfern - ermöglicht dem Betrachter, das Thema bereits weitgehend anhand der Illustration zu erfassen und ist daher im besten Sinne plakativ.

Anke Krey

www.designerdock.de

Fashioning Fashion. Europäische Moden 1700-1915

Fashioning Fashion

Klare Gestaltung, Kontrast ,sehr schön gestaltete und gut lesbare Typo, Ausdrucksstarke, klare Komposition. Deutliches Branding zum Thema (Europäische Moden vor 100-300 Jahren), grüner Dot (web 2.0 Optik), erhöht Aufmerksamkeit. In der Ausstellung findet man das Grün als Leitsystem, Vertiefung zum Thema, wieder. Die Kleiderausstellung aus dem 17./18. Jhd. wird beworben, das Bild assoziiert eher ein kulturelles Ereignis. Sehr lebendig. Starke Signalwirkung durch Abstraktion und Farbe. Sehr auffallend und hoher Wiedererkennungswert.

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Klare Gestaltung, Kontrast und einfache Typo, Ausdrucksstarke, klare Komposition. Schöne Bildidee, lustig, ungewöhnlich, irritierend, merkfähig. Inhaltlicher Hintergrund (Kontext zum HAU) jedoch nicht unbedingt verständlich, trotzdem ansprechend. Hinweis auf Website ok, aber nicht unbedingt zielführend. Starke Signalwirkung durch Bildmotiv und Farbgebung. Sehr auffallend und hoher Wiedererkennungswert.

THE OPEN SQUARE

THE OPEN SQUARE

Schöne Bildidee: Die an die Wand gesprungene und für einen Moment fest gehaltene Tänzerin. Vielleicht auch länger? Jedenfalls ist der Moment fixiert. Die Klebebänder assoziieren Tanzbewegungen. Raum ist nicht definiert, Fassade/ Wand? Boden? Typo „fliegt“ ebenfalls – Entsprechung: „open square“. Klare Gestaltung , eindrucksvolle Bildidee. Klare Komposition, Typo nicht ganz schnell lesbar.

Achim Schaffrinna

www.designtagebuch.de

C'est la vie - Das ganze Leben

C'est la Vie

Großen Anteil an dem, wie ich finde, außerordentlich starken visuellen Reiz, den dieses Plakat auslöst, hat sicherlich die Fotografie der jungen Frau samt Plastiktüte auf dem Kopf, die von ihr würdevoll wie eine Haube getragen wird. Vor schwarzem Hintergrund gesetzt wirkt sie wie das „Mädchen mit dem Perlenohrring“ oder eine ähnliche Malerei im Stile alter Meister. Sehgewohnheiten werden gezielt ausgehebelt. Die Gestaltung des Plakates setzt das Motiv gekonnt in Szene und verstärkt die fotografische Wirkung.

Choreographie der Massen – Im Sport. Im Stadion. Im Rausch

Choreographie der Massen

Eine wunderbare visuelle Umsetzung des Ausstellungsthemas! Eine gekonnte Choreographie der Formen. Aus vielen hundert Balken formiert sich eine Welle diagonal über das Plakat, das sich bereits aus großer Distanz aus dem urbanen Umfeld abhebt. Trotz Fehlens freier Flächen, geht in der Masse der grafischen Elemente nicht der Informationsgehalt unter. Gerade dies macht es zu einem wirklich guten Plakat.

PINK elephants

PINK elephants

Ein Plakatmotiv mit geradezu magischer Sogkraft. Im Stile eines einfachen Stereogramms hebt sich die Innenfläche zum namensgebenden pinken Elefanten ab. Unser Auge kann gar nicht anders, als den gegenläufigen Diagonalen eine Sinnhaftigkeit zu entlocken. Und just in dem Moment, in dem dies geschieht, leistet das Plakat genau das, was es soll: Aufmerksamkeit stiften. Dass die Aufmerksamkeit kein Selbstzweck bleibt, ist der weiteren Gestaltung zu verdanken, der es mit diesem Trumpf im Ärmel ein Leichtes ist, auch die wesentlichen Fakten zur Veranstaltung zu vermitteln.

Marc-Michael Schoberer

www.gutenbergblog.de

7 Jahre Rote Sonne

7 Jahre Rote Sonne

Minimalistisch und trotzdem ein absoluter Hingucker. Der farbliche Kontrast sowie die verspielte Stimmung machen einfach nur Spaß.

Choreographie der Massen – Im Sport. Im Stadion. Im Rausch

Choreographie der Massen

Dieses Plakat transportiert genau die Kernaussage: Masse. Es wirkt erdrückend und trotzdem sehr kreativ. Die Kombination schwarz/gelb gefällt mir sehr gut.

Der Lebkuchenmann

Der Lebkuchenmann

Frisch, fröhlich, kreativ, frech, nicht perfekt (im positiven Sinne) – genau richtig für die Zielgruppe. Macht Spaß!

Sybille Greisinger

kulturkonsorten.de

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Die Imagekampagne der HAU Hebbel Theaters in Berlin besticht durch Simplizität. Es gibt 5 Motive. Die Portraitaufnahmen reichen dabei von niedlich bis eindringlich. Besonders besticht aber dieses hier ausgewählte Motiv, das in seiner Aussage zwischen Charakterdarsteller, Altersweisheit, Witz und Resignation rangiert und so wohl am besten die Situation, in der sich viele Theater aktuell tatsächlich befinden, widerspiegelt. Im Zusammenspiel von Portrait und Minimaltext, nämlich lediglich einem Kürzel und der email Adresse, wird neugierig gemacht ohne die visuelle Wirkung zu beeinträchtigen. Die Berliner werden sicherlich bei ‘HAU‘ direkt wissen, welche Institution dahinter steckt. Für Nicht-Berliner ist es auf jeden Fall ein Anlass zum Recherchieren. Aber für alle gilt gleichermaßen – so viel ist sicher – man hat sich verliebt!

Die lustige Witwe / Griselda

Die lustige Witwe / Griselda

Es geht ums Heiraten, um Ränkeschmiedereien, Irrungen und Wirrungen…Grafisch kommt das Plakat also gleich zum Punkt. Das Plakat katapultiert uns aber auch direkt ins 21. Jahrhundert… das ist Speeddating im Theater. Die Konzentration auf Schwarz, Rot und Weiß lässt weiterhin keinen Spielraum für Träumereien – die Direktheit der Aussage besticht, es ist klar formuliert, die plüschige Operette wird optisch an die Leine gelegt. Das Plakat verheißt eine Neuinterpretation des altbekannten Sujets, denn jeder kennt „die lustige Witwe“, die ja fast schon als Synonym für Operette steht.

MARKE MENSCH: Das Bildnis des Dorian Gray 1/3

MARKE MENSCH

MARKE MENSCH

Der Mensch steht hier im Mittelpunkt. Aber in einer Art Perfektion. Man merkt, dass hier etwas nicht stimmt… Die Portraits auf den Plakaten, derer es drei Varianten gibt, sind in der Hälfte gespiegelt und entsprechen in ihrer so erlangten vollkommenen Symmetrie dem Ideal von Schönheit. Der Wunsch des Menschen nach Perfektion beinhaltet gleichermaßen aber immer auch dessen Versagen. Denn das Gesicht erscheint unwirklich, leblos und gestellt. Es ist das Streben nach dem Unerreichbaren, der vollkommenen Schönheit und der ewigen Jugend, das sich hier abbildet. Der nur locker darüber geträufelte Titel „Das Bildnis des Dorian Gray“ bestätigt das Unbehagen, das das Portrait beim Betrachter auslöst. Denn, kennt man die literarische Vorlage, so ist spätestens jetzt klar, dass die Schrift, die ölig, klebrig als visueller Störfaktor fungiert, bereits ein böses Vorzeichen ist. Die krakeligen Buchstaben verhöhnen Buchstabe für Buchstabe die dahinterliegende Perfektion.

Clemens Lukas

www.kulturkurier.de

Thüringer Bachwochen 2012

Thüringer Bachwochen 2012

Plakativ im besten Sinne: der gute Johann Sebastian und Luther als sein Schatten, augenzwinkernd, weil beide Prediger der großen Zuversicht sind, die bei Bach natürlich viel schöner klingt.

Glanz und Grauen – Mode im "Dritten Reich"

Glanz und Grauen

Großartige Darstellung, Stilmittel der Modefotografie, die Ästhetik der 30er Jahre, der verführerische Engel, als Deko die Lichtsäulen der Flak. Aufregend. Den Titel bräuchte man fast gar nicht.

klong, Freiburger Kinder Musik Festival

klong

Erfrischend anders, das Motiv psychedelisch und bunt, aber hier dominiert das Wort, das sofort lustige Töne und Geräusche im Hirn aktiviert und da ist schon die Entscheidung gefallen, dass man da unbedingt mit den Kindern hin muss.

Karin Janner

kulturmarketingblog.de

Plakartive, FH Bielefeld

Plakartive

Sind es Buchstaben oder ragen Hochhäuser aus dem Plakat? Man bleibt stehen und betrachtet das Spiel von Licht und Schatten. Tolles Motiv! Fällt auf, ohne zu nerven.

THE OPEN SQUARE

THE OPEN SQUARE

Eine Tänzerin ans Plakat gefesselt - so fesselt sie den Blick der Betrachter. Und man selbst wird zum Betrachter der Betrachter. Tolle Motividee, sehr schön umgesetzt.

Der Meister und Margarita – Citylight, Schauspiel Dortmund

Der Meister und Margarita

Schlicht, ohne langweilig zu sein: ein einprägsamer Spruch wirkungsvoll in Szene gesetzt: Woran glaubst du? Man hält inne. Eine Frage, die sich wohl jeder einmal stellt. Doch warum auf diesem Plakat? Man wird neugierig auf das Stück. Leuchtröhre auf altem Gemäuer. Verspricht ein Stück voller Kontraste zu sein...

Stefanie Ernst

kulturstimmen.de

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Kultur, in diesem Fall Theater, durch Natur-Darstellungen zu bewerben, ist eine großartige wie irritierende Idee. Die Irritation, die beim Betrachter erzeugt wird, ist wohl das größte Pfund der Plakatkampagne. Die Motive bleiben im Kopf des Betrachters. Die Tiermotive und die sich davon absetzende, farbintensive Schrift überzeugen in ihrer Klarheit. Die Schrift überzeugt darüber hinaus mit ihrer Farblichkeit; sie ist sehr klar und auffällig, ohne sich dabei an die Palette der Neonfarben anzubiedern. Ein totaler Hingucker.

MARKE MENSCH: Das Bildnis des Dorian Gray 1/3

MARKE MENSCH

Auch diese Plakatserie arbeitet stark mit dem Moment der Irritation. Das Bildnis des Dorian Gray – der Betrachter erwartet ein schönes Männergesicht. Stattdessen drei Frauen, deren Ausdruck von trostlos über herausfordernd bis interessiert reichen. Besonders überzeugend ist die Schrift, die über die Gesichter der Frauen gesetzt wurde. Sie hat etwas Ungebändigtes, Ungestümes, vielleicht sogar Unberechenbares und kommt gleichzeitig sehr fragil daher. Vor dem Hintergrund der Geschichte Oscar Wildes erinnert sie an Schnittverletzungen, an den Alterungsprozess des Menschen oder gar an die Zeichnungen von plastischen Chirurgen zur Vorbereitung vor Schönheitsoperationen.

THE OPEN SQUARE

THE OPEN SQUARE

Vor diesem Plakat bleibt nicht nur das Paar im Bild hängen, sondern auch der Betrachter. Eine Ballettankündigung, die genau das Gegenteil einer weiß-berüschten Schwanensee-Romantik ist. Kühl, klar und kraftvoll wirkt das Motiv. Dabei wirkt die mit Klebeband fixierte Tänzerin nicht als schwebe sie in Gefahr, sondern als verkörpere ihre Lage die Mächtigkeit der Aufführung – und das, obwohl sie sich keinen Millimeter bewegen kann. Dem Plakat kann man sich nur schwer entziehen. Es lädt ein, dem Geheimnis der die Umsetzung dieser modernen Ballettinterpretation auf den Grund zu gehen.

Rod Georg Schmid

www.livekritik.de

PINK elephants

PINK elephants

Streifen machen schlank. In diesem Fall lassen die pinken Streifen den Elefanten fast verschwinden, das Plakat aber fällt umso mehr auf. Man bleibt stehen und versucht überrascht, den Elefanten vor lauter Streifen zu entdecken. Die Augen flimmern, aber man kann und will doch nicht wegsehen.

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Imagekampagne HAU Hebbel am Ufer

Welches Image mit dieser Imagekampagne heraufbeschworen werden soll, weiß man zunächst nicht so genau. Die menschlichen Züge der Tiere irritieren allerdings, oder besser die Vermenschlichung von Naturschauspielen. Die Abkürzung des Theaters als Aufforderung gelesen verstört ebenso. Hier sind Exoten am Werk, die aus der Masse herausstechen. Tiere, Plakat und Theater gleichermaßen.

Theaterstück "Der Kandidat", Metropoltheater München

Der Kandidat

Das Chamäleon als Metapher für opportunistische Politiker ist natürlich nicht neu. Man tut dem Tier unrecht und insbesondere hier scheint es überaus unschuldig, wie es sich an das Mikro klammert. Dass der Mensch endgültig aus dem Bild verschwunden ist, lässt das Tier dann zum tatsächlich wahren Kandidaten aufsteigen. Doppelbödig und farblich ansprechend.

Prof. Lars Harmsen

www.slanted.de

Perfekt Futur: Ein Nachmittag rund ums Thema kreatives Gründen auf dem Alten Schlachthof

Perfekt Futur

Plakate müssen mit einfachen Mitteln funktionieren, d.h. Neugierde erwecken. Wenn dann noch eine Prise Humor hinzukommt, nähert es sich der Note gut. Hinzu kommt noch die Typographie: diese muss sprechen, ansprechen, bestenfalls eine Idee in Schrift umsetzen. Wenn es zu allem noch farbig auffällt, ist der Strauß perfekt. Dieses Plakat verdient Blumen!

Jahresausstellung der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Jahresausstellung der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

Bei Plakaten darf man es ruhig mal krachen lassen. Was diesem Entwurf wortwörtlich gelungen ist. Schön dabei ist, wie die Termine eingebunden wurden. Neben dem Chaos der Explosion ist eine Informations-Ordnung entstanden, welche sich auf dem zweiten Blick erschließt.

Choreographie der Massen – Im Sport. Im Stadion. Im Rausch

Choreographie der Massen

Reduktion und Bewegung zeichnen dieses Plakat aus. Das Muster bindet die Typographie gut ein und spiegelt das Thema der Aufführung bestens wieder. So entsteht eine etwas beklemmende Atmosphäre und die Bilder entstehen im Kopf. Das alles ist mit ganz wenig Mitteln erreicht worden. Eine Effizienz, welche sich auszahlt.

Jürgen Preiß

www.theatermanagement-aktuell.de

THE OPEN SQUARE

THE OPEN SQUARE

Das Motiv überzeugt durch seine außergewöhnliche Ästhetik und das ungewöhnliche Bildmotiv. Dem Betrachter wird unmittelbar klar, dass es um Tanz geht und das hohe Niveau der Bildsprache sowie der Absender erzeugen eine gehobene Erwartungshaltung und Neugier. Ein bleibender Eindruck.
http://www.guteplakate.de/content/der-meister-und-margarita-citylight"

Der Meister und Margarita – Citylight, Schauspiel Dortmund

Der Meister und Margarita

Lebendiges Plakatmotiv aufgrund seiner Tag und Nacht Variation, das zudem einen kritischen Bereich unseres gesellschaftlichen Lebens thematisiert – unseren Glauben. Woran glaubst Du? ist eine direkte Ansprache, das Motiv erweckt Neugier und tickt etwas in uns an. Nach 2000 Jahren Kirchengeschichte und aktuell zunehmenden religiös motivierten Auseinandersetzungen in der Welt, ist die Frage im Neonlicht ein Hingucker. Gepaart mit mystischen Zeichen erzählt das Plakat eine Geschichte, ist irritierend anziehend. Ein exzellentes Beispiel für den gekonnten Umgang mit dem Medium.
http://www.guteplakate.de/content/zappanale-festival"

I have been in you
Zappanale Festival Arf-Society e.V.

Zappanale Festival Arf-Society

Das plakative Bildmotiv überschreitet die Grenzen der gängigen Motivnormen und des Anstandes und verlässt damit den Pfad der üblichen Bildersprache. Bild und Text bilden zudem einen Kontextbruch. Polarisierend, aufmerksamkeitsstark mit Potenzial für Szenegesprächsstoff und „mouth to mouth“ Kommunikation. Für den Kenner sicher ein Markenzeichen für den Unwissenden bleibt vieles ungewiss und fordert zur aktiven Informationssuche auf.

Christian Henner-Fehr

kulturmanagement.wordpress.com

Localize Kanalarbeiten

Localize Kanalarbeiten

Den Anspruch, ein Experimentierfeld für kulturelle Formate zu sein, bringt das Plakat für mich sehr gut rüber. Es fällt durch seine Art und die Farbigkeit auf, hebt sich in der Gestaltung von den anderen Plakaten ab und macht neugierig auf das Festival.

Kasseler Musiktage 2012

Kasseler Musiktage 2012

Dieses Sujet erinnert mich an ein Plakat, das früher an der Wand meines Zimmers hing. Leider fällt mir nicht mehr ein, worum es dabei ging. Aber es erinnert mich darüber hinaus auch an das Plattencover von Pink Floyds "The Wall". Mehr Gründe braucht es nicht, um mich für dieses Plakat zu entscheiden. ;-)

THE OPEN SQUARE

THE OPEN SQUARE

Eigentlich findet Ballett ja nicht an der Wand statt. Aber fällt die Idee, die Tänzerin als Teil des Plakats an der Wand zu befestigen, genau aus diesem Grund auf? Damit würde es genau die Werbewirksamkeit entfalten, die ihm zur gewünschten Aufmerksamkeit verhilft. Eine originelle Idee, die durch das Paar, welches vor dem "Plakat" steht, noch verstärkt wird.